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Das Limerick vs. Der Agent: Warum die KI ihre Seele verlor

Wir haben emotionale Resonanz gegen autonome Agenten getauscht. Irgendwo zwischen einem schlecht gereimten Gedicht und komplexen Content-Pipelines haben wir das Publikum verloren.

Standing Ovations für ein schlechtes Gedicht

Anfang 2023 stand ich vor einem Publikum und fütterte ChatGPT-3 mit einem Prompt. Das Ergebnis war ein Limerick. Schlecht gereimt, wahrscheinlich zu nerdig und in Sekunden geschrieben. Der Raum hat nicht nur reagiert – die Leute haben gelacht. Sie kamen danach zu mir. Sie haben es sich gemerkt.

Science-Fiction zum Weiterschollen

Spulen wir vor zum Heute. Wir bauen „Second Brains“, autonome Agenten und Content-Pipelines, die laufen, während wir schlafen. Wir führen Dinge vor, die vor zwei Jahren noch wie reine Science-Fiction gewirkt hätten.

Und trotzdem: Die Leute scrollen einfach weiter. Der „Wow-Effekt“ wurde durch ein Gähnen ersetzt.

Beeindruckend vs. Resonant

Ich glaube, ich weiß, woran das liegt. Das Limerick hat die Menschen etwas fühlen lassen. Der Agent zwingt die Menschen dazu, etwas zu verarbeiten. Das ist eine völlig andere kognitive Last – und ein völlig anderes emotionales Ergebnis.

Wir haben uns so sehr in das „Was es kann“ vertieft, dass wir vergessen haben zu fragen: „Was löst es in dir aus?“

Das Fazit

Beeindruckendes bleibt nicht hängen. Resonanz hingegen schon. GPT-3 hat den Raum besser verstanden als unsere heutigen Agenten – und dabei wusste es nicht einmal, was ein „Raum“ überhaupt ist.

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